Das Weinjahr. Neues aus dem »Wengert«

Im Winter ist im Weinberg nichts zu tun? Falsch, der Rebschnitt und das Biegen steht an!

Arbeiten im Weinberg im Winter

Wenn die Trauben gelesen sind und die Ernte im Keller ist, kehrt auch im Weinberg etwas Ruhe ein. Doch nicht lange und die Pflege im Weinberg und die Arbeiten am Rebstock gehen weiter. Im Zeitraum von Dezember bis März ist der Rebschnitt und das Biegen an der Reihe. Die Arbeitsschritte beeinflussen die Menge der Triebe und die spätere Qualität der Trauben.

1. Der Rebschnitt

Damit die Rebe ihr natürliche Kraft auf die Produktion hochwertiger Trauben konzentriert, muss sie erzogen werden. Beim ersten Schritt im neuen Jahr widmen sich unsere Winzer deshalb dem Rebschnitt. Eine oder maximal zwei Fruchtruten werden für den neuen Jahrgang ausgewählt. An diesen Ruten werden im Frühjahr Triebe entspringen an denen die neuen Trauben wachsen.

Alle anderen Triebe, das sogenannte „alte Holz„, werden durch den Winzer mit einer Rebschere abgeschnitten und aus dem Drahtrahmen entfernt. Das wird gemacht, weil die einjährigen Triebe nicht mehr zur Traubengewinnung geeignet sind.

Der Rebschnitt wird auch als die erste qualitätssteigernde Maßnahme im Weinberg bezeichnet. Er trägt maßgeblich zur Qualitätssicherung und Steigerung bei. Ohne den Rebschnitt würde die Rebe unkontrolliert in alle Richtungen wachsen und immer mehr verholzen. Dadurch verliert sie viel Kraft und Energie in Triebe, die keine Trauben mehr produzieren. Mit dem richtigen Schnitt können unsere Winzer jedoch gewährleisten, dass die Pflanze Ihre gesamte Energie in ausgewählte Triebe steckt, was später zu einer hohen Traubenqualität führt. Und das ist die Grundvoraussetzung für einen guten neuen Jahrgang!

Übrigens: Das Schnittholz verbleibt bei unseren Winzern in den Weinbergen. Mit entsprechenden Maschinen wird das Holz zerkleinert. Das sorgt für die natürliche Bildung von Humus, der im Laufe des Jahres die Rebe als wertvoller Dünger mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Dadurch schließt sich der Kreislauf!

2. Das Biegen

Das Rebenbiegen sollte bis zum ersten Austrieb der Knospen im Frühling beendet werden. Die Hauptmonate für diesen Arbeitsschritt sind deshalb Februar und März. Beim Biegen werden die zwei Ruten, die nach dem Rebschnitt übrig bleiben, jeweils in eine Richtung gebogen und am Draht befestigt. Je nach Erziehungssystem wird auch nur eine Rute zur Seite gebogen.

Das Biegen erfordert ein erhöhtes Maß an Fingerspitzengefühl. Das liegt daran das die Ruten der Reben leicht brechen was zu einem Ernteausfall in diesem Jahr führen würde. Um dies zu vermeiden ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt zum Biegen der Fruchtruten zu wählen. Unsere Winzer versuchen bei möglichst hoher Luftfeuchtigkeit zu biegen. Auf gar keinen Fall sollte es so kalt sein, dass das Holz hart oder gar gefroren ist. Ein feuchtes und mildes Wetter ist optimal für die Arbeit.

Das Binden hat mehrere Gründe und Vorteile:

  • sorgt für eine gleichmäßige Belüftung der Reben
  • gewährleistet die optimale Versorgung der Triebe mit Nährstoffen
  • führt zu gleichmäßigem Wachstum der Rebe
  • reduziert Verdichtungen
  • Erleichtert nachfolgende Aufgaben des Winzers
  • ausschlaggebend für hohe Qualität der Trauben

Übrigens: Der Rebschnitt und das Biegen gehört zu den zeitintensivsten Aufgaben im Weinjahr. Jeder Rebstock muss einzeln betrachtet werden und wird ganz individuell von Hand bearbeitet. Für das Schneiden und Biegen von einem Hektar Rebfläche benötigen die Winzer um die 133 Stunden!

Ist diese Arbeit getan, bekommt die Rebe Zeit, um zu wachsen. Nach und nach werden die Knospen erscheinen und der Austrieb beginnt. Was dann im Weinberg passiert und welcher Arbeit unsere Winzer sich dann widmen, erfahren Sie im nächsten Beitrag unserer Serie „Neues aus dem Wengert“.


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